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| 17-11:
Ein wenig wie Trafalgar |
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Die
Class 40 stellt mir 25 Booten gut ein Drittel aller Teilnehmer bei
der diesjährigen Route du Rhum. Durch das Verbot vom allem,
was so ein Boot richtig teuer macht (Rümpfe aus Kohlefaser,
Pendelkiele, sehr aufwenige Riggs) sind die Boote in dieser Klasse
recht ähnlich, es dominieren sogar die Serienboote (Pogo, etc.).Das
bedeutet von der Materialseite her eine sehr hohe Chancengleichheit.
Seglerisch ist die Klasse sehr stark besetzt,neben Amateuren auch
Halb- und Vollprofis, z.B. aus der Figaro-Szene. Die Trauben hängen
hier also exrem hoch. Um so mehr zählt ein Sieg in dieser neuen
Klasse.
Der Engländer Phil Sharp schlug mit seiner
Pogo 40 (wenigstens das Boot ist französich...) die gesamte,
sehr starke französiche Konkurenz mit deutlichem Vorsprung.
Damit tritt er auch in die Fußstapfen von Ellen MacArthur:
Auch sie begann ihre Karriere bei den 6,5m Minis, eine harte Schule,und
sie schaffte es als erste(r) Segeler(in) von der Insel, einen Sieg
bei der Route du Rhum zu erringen, und zwar bei den Open 50.
Phil
Sharp fuhr unter den Augen seines Vaters und seiner Großmutter
über die Ziellinie und freut sich jetzt auf eine Siegesfeier
mit ein paar Bier und dann richtig auszuschlafen. 2008 wird er an
der Vendee Globe teilnehmen. (Heina)
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| 12-11:
Das wird ein Herzschlagfinale |
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| Die
Pogo 40 Oyster Funds auf dem Weg zum Ziel |
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Die
beiden Pogo 40 werden den Sieg sicher unter sich ausmachen.Der Vorsprung
von Phil Sharp hat sich allerdings halbiert auf jetzt gut 50sm.
Phil steht immer noch deutlich nördlicher, bei einem ungünstigeren
Winkel zum Wind kann sich dieser Vorsprung schnell in nichts auflösen.
Außerdem ist er gehandikapt, weil er seinen Gennaker verloren
hat, bei den Franzosen ist ein Gennaker übrigens kein asymmetrischer
Spi, sondern ein flaches, großes, meist aufrollbares Vorsegel,
dass bei sehr leichten Winden mit Schrick in den Schoten oder bei
mehr Wind auf einem spitzeren Reachkurs gefahren wird.Außerdem
geht sein Wecker, genauer seine Weckeinrichtung, nicht mehr zuverlässig.
Bei den Kurzschlafphasen braucht man schon einen lauten, fiesen
Ton, den man minutengenau einstellen kann.Solche Dinger baut übrigens
auch Blömer Funkservice preisgünstig zusammen.
Auf
Platz 3 folgt dann in größerem Abstand Dominique Vittet
mit seiner von Lombard gezeichneten Aktilaria 40, vor Olivier Rabine
auf der von Pierre Rolland entworfenen Jumbo 40. Auf dem 5.Platz
Ian Munslow mit einem neuen Owen-Clark-Design.Diese Aufzählung
deutet an, welche Designerelite sich dieser neuen Klasse widmet,
die weniger als 2 Jahre nach ihrer Gründung bereits 1/3 der
Boote bei der Route du Rhum stellt.Interessant,dass gleich 2 Engländer
unter den ersten 5 sind.Einen deutschen Teilnehmer sucht man vergebens,das
liegt sicher nicht nur daran, dass traditionell in Deutschland trotzt
Globalisierung seglerisch sehr regional gedacht wird, bloß
nicht über den Tellerrand sehen, sondern auch an den Medien,
die Segeln geflissentlich ignorieren, oder den Zuschauern weißmachen
wollen,die Vergoldung einer evolutionären Sackgasse des Bootsdesigns
in Valencia wäre die Formel 1 des Segelsports...(Heina)
Bilduntertitel: |
| 12-11:
81 zu 79 im Finale der Open 60s |
| Nach
gut 12 Tagen und 12 Stunden auf See überquerte die Sill et
Veolia mit Roland Jourdin als erste die Ziellinie. Jean Le Cam war
nur 28 Minuten später im Ziel. Hier die Durchschnittsgeschwindigkeiten
der beiden Boote:
Sill
et Veolia 11,81kn
VM
Materiaux 11,79kn
Der
Geschwindigkeitsunterschied betrug also nur 2 Hundertstel Knoten!!Auf
dem 3. Platz landete die Virbac-Paprec mit Jean-Pierre Dick.
Während
die großen Open 60s bei handigem Wetter durchs Ziel gingen,
wurde es für die Class 40 noch einmal recht windig. Es führt
weiter Phil Sharp auf seiner Pogo 40.Phil, der vorher sehr erfolgreich
bei den 6,5MeterMinitransats gesegelt ist, hat dazu auf seiner Homepage
www.philshapracing.com/video.php
2
schöne Videos (Sonnensegeln), die man sich bei dem hiesigen
Mistwetter sicher gerne mal ansieht.
Heina
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| 09-11:
Open 60s nähern sich dem Ziel |
| Der
geneigte Leser mag sich vielleicht wundern, dass an der Route du
Rhum zwar auch Mehrrümpfer teilnehmen, sie aber hier keine
Erwähnung finden. Das hat einen einfachen Grund, meiner Meinung
nach gehören diese sehr schnellen Schiffe einhand nicht auf
die hohe See. Als einer unter vielen Gründen sei die gerade
erst erfolgte Kenterung von Orange Projekt, einem Trimaran bei der
Route du Rhum, genannt. Bei 30kn Wind, also gut 7 Bft, befand sich
der Einhandsegeler auf dem Vorschiff, um den Gennaker festzulaschen.
Durch einen Aussetzer des Autopiloten luvte das Boot stark an. Der
Skipper stürzte nach hinten, zu spät - durch einen erneuten
Aussetzer fiel der Tri stark ab, ein Unterschneiden war nicht mehr
abzuwenden. Die Mehrrümpfer haben ja nach einer Kenterung eine
nahezu perfekte Stabilität, nur unangenehm, wenn sich der Einhandsegler
unter dem
Netzt zwischen den Rümpfen befindet... Er hatte viel Glück,
konnte sich befreien und wurde später gerettet.
Ein
Einrümpfer geht nach einem Fehler des Autopiloten nicht gleich
über Kopf. Und selbst wenn - die Open 60 werden von einem Kran
in die Position "Kieloben" gebracht, die Segler sind im
Rumpf und richten das Boot durch Ballastverlagerung wieder auf.
Also doch lieber nur über solche Bootsklassen berichten: Die
"Sill et Veolia" hat jetzt noch einen Vorsprung von 95sm,
aber es sind nur noch 425sm zum Ziel. Spannend ist der Kampf um
den 3. Platz zwischen Virbac-Paprec und Temenos II, die liegen praktisch
gleichauf.
In
der Class 40, die mit 25 Booten die weitaus größte Gruppe
hat, haben alle Boote weiter nördlich größere Vorteile.
Aber es gab auch mehr Wind,in Böen bis 60kn, also 12Bft. Hier
führt immer noch Phil Sharp mit 100sm Vorsprung, es sind aber
noch 1300sm, bis seine Pogo 40 das Ziel erreicht hat.
Heina
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| 07-11:
Setzt "Bilou" sich ab? |
| Bei
den Open 60s liegt die Sill et Veolia mit Roland Jourdain, genannt
"Bilou", jetzt mit 140sm vor der Virbac-Paprec und der
VM Materiaux. Ein klarer Vorsprung, der aber bei den gegenwärtig
vorherrschenden leichten Winden noch keine Vorentscheidung darstellt.
In
der Class 40, dem zahlenmäßig stärksten Feld, haben
die beiden Pogo 4o die Plätze getauscht. Phil Sharp, der Engländer,
liegt jetzt mit 13sm vor der Oyster Funds. Beiden segeln ca. 70sm
vor den nächsten Verfolgern.
Heina |
| 05-11:
Führungstrio fast in Sichweite |
| Nach
6 Tagen auf See hat sich bei den Open 60 ein Führungstrio leicht
abgesetzt: Virbac-Paprec mit Jean-Pierre Dick führt mit 1,2sm
vor der Sill et Veolia (Rouland Jourdain) und mit 3,2sm vor der
VM Materieaux mit Jean Le Cam. Die Abstände zwischen den Booten
betrugen teilweise nur 400 Meter. Nachdem das beim Volvo Ocean Race
ja für Farr nicht so toll lief, wird man sich dort natürlich
besonders freuen. Die Virbac-Paprec ist nicht nur schnell, sie sieht
auch richtig gut aus, siehe Fotos.
Bei der Class 40 führt derzeit die Oyster Funds mit Gildas
Morvan 36 sm vor philsharpracing.com
mit Phil Sharp, der vorher sehr erfolgreich bei den 6,5m Minitransats
gesegelt ist. Platz 2 für einen Englänger freut die Leute
von der Insel, und in der Bretagne südlich Brest freut man
sich, dass 2 Pogo 40 das Feld anführen.
(Text und Fotos Heina)
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| 31-10:
Vincent der "Unbesiegbare" auf dem Heimweg
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| Vincent
Riou, der Gewinner der letzten Vendee Globe, hatte sich ein neues
Schiff bauen lassen.
Eigentlich sollte das Design wieder von Finot sein, denn deren Boot
hat die letzten beiden Vendees gewonnen. Aber Finot hätte für
den Entwurf deutlich länger gebraucht, als die Leute von Farr.
Mit seiner neuen "PRB" ist Vincent die Qualifikation und
seit August viel von Benodet aus gesegelt, dabei bereiteten auch
Böen von über 35kn keinerlei Probleme. Vincent der "Unbesiegbare"
galt als einer der großen Favoriten bei der Route du Rhum,
zudem waren die Konkurenten neugierig, wie sich sein neues Boot
machen würde.
Gestern
gegen 18h, 20sm seewärts der Scilly Islands, zerlegte sich
der Mast bei nur 15-20kn Wind plötzlich in 3 Teile, Ursache
bislang unbekannt. Vincent ist jetzt unter Hilfsbeseglung und Motor
auf dem Weg nach Benodet, etwas südlich von Brest.Sehr schade!!
(Heina)
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29-10:
Sonntag 13.02h Start zur "Route du Rhum"
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| Die "Ecover" vor Cuxhaven |
Fast die
gesamte Elite der Hochsee-Einhandsegler ist unter den 74 Startern. Im
Blickpunkt dieser Regatta von St. Malo in die Karibik stehen natürlich
die großen Mehrrümpfer und vor allem die Open 60s, die wir
auch schon vor Cuxhaven bewundern konnten, siehe linkes Bild.
Für die Open 60s ist die Route du Rhum so eine Arte Visitenkarte
für die nächste Vendee Globe (einhand um die Welt).
Neu, aber sofort zahlenmäßig die stärkste Gruppe, ist
die "Class 40". Da haben sich vor wenigen Jahren segelbegeisterte
Leute zusammengesetzt, die sich nicht mit der "eingebauten Geschwindigkeitsbegrenzung"
der IMS-Boote zufriedengeben wollten, die aber ein bezahlbares Boot von
40 Fuß haben wollten. So entstand die Class 40: Nur wenige Grundparameter
sind festgelegt, Länge, Breite, Tiefgang, Masthöhe,...Die Konstrukteure
können innerhalb dieser Maße ihr Können benutzen, um die
Boote besser (schneller, sicherer) zu machen, und müssen sich nicht
- wie bei IMS, oder früher bei IOR - auf die Optimierung nur hinsichtlich
der Formel, also relative Geschwindigkeit, konzentrieren. Und damit die
Sache bezahlbar bleibt, sind gebackene Kohlefaser-Sandwich-Rümpfe,
Canting-Kiele und ähnlich teure Sachen verboten. Erlaubt sind allerdings
Wasserballast und Kohle-Masten. Man kann schon für unter 300.000
Euro segelfertig am Start sein.
Sehr viel Geld, aber man kann ja nur aus Spaß mal auf der Hanseboot
vergleichen, was man dort für diese Summe bekäme...
Heina
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