| *Erläuterung
zur Sektorensuche (von Claus Pichlo)
Diese Suchart ist speziell für die Suche nach einem Überbordgefallenen eingeführt worden. Sie wird international gleich durchgeführt und ist unter Sectorsearch im Rettungsdienst überall bekannt. Sie ist besonders geeignet wenn das Datum (der Ort an dem der MOB zum Zeitpunkt des Suchbeginns vermutet wird) auf etwa 100 bis 200m genau bekannt ist. Unter diesen Bedingungen bietet die Sektorsuche die größte Wahrscheinlichkeit den MOB schnell zu finden, weil das Suchgebiet verhältnismäßig klein sein kann, weil die Sweeps (das sind die einzelnen Strecken des ganzen Such – Tracks) ziemlich kurz sind und das Abfahren des Tracks daher in absehbarer Zeit geschafft werden kann (ein Sweep ist die Strecke von Pos. 1 nach Pos. in der Skizze, der Track geht von Pos. 1 bis Pos. 6). Wie lang ein Sweep sein kann und wie lang dann der Track schließlich wird, hängt von der Sichtweite, der Augeshöhe und davon ab, wie schnell die Person aus dem Wasser gerettet werden muss (hat sie einen Überlebensanzug und eine Rettunsweste an, wie ist die Kondition etc.). Die Sichtweite von einer niedrigen Segelyacht aus ist begrenzt und darum wird man bei der Planung der Sweeplänge „geizig“ sein, um den MOB nicht zu übersehen. Ein cleverer Yachtie wird sich für seine Verhältnisse die richtigen Dimensionen für die Sektorsuche zurechtlegen, um sie dann im Ernstfall zur Hand zu haben. Auch hier ist mentales Training die halbe Miete! Er kann ja mal im Sommer bei schönem Wetter eine Rettungsboje über Bord werfen und wird dann schon sehen, wie lang seine Sweeps sein dürfen, um die Boje zuverlässig wiederzufinden. Ein „Suchstern“ (d.h. der gesamte Suchtrack), der in der Skizze von Pos. 1 nach Pos. 2 eine Entfernung z.B. von 0,5 sm hat, besitzt eine Tracklänge von 3 sm. Wenn die Yacht während der Suche mit 6 kn läuft, braucht sie eine halbe Stunde, um den ersten Suchdurchgang abzuschließen. Wenn man mal gutes Wetter und gute Sichtverhältnisse voraussetzt, kann man vielleicht einen Suchstreifen von 100m nach jeder Seite von der Kurslinie einsehen und hat dabei um das Datum herum einen sehr hohen Erfolgsfaktor gehabt. Falls die Suche aber erfolglos war, man das Datum aber aus überzeugenden Gründen nicht verlegen will, sollte man einen 2. Durchlauf im selben Suchgebiet machen (siehe beiliegende Skizze). Es
ist aber eine „Gewissensfrage“, ob man so verfährt oder
vielleicht lieber doch eine Korrektur am Datum für die zweite Suche
vornimmt. Das hängt davon ab, ob man im Verlauf der letzten halben
Stunde zu besseren Einsichten bezüglich des Datums gekommen ist und
ob man die erste Suche wirklich hundertprozentig durchgeführt hat.
Darum ist es bei jeder Art von Suche so wichtig, dass man sauber arbeitet
und sich auf die eigene Arbeit verlassen kann.
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