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Le Vendée Globe 2004 |
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Globe-Analyse: High-Tech-Yachten und eiserne Disziplin lassen die Rekorde purzeln |
Von Klaus Bartels und Konrad Kubisch . Nach dem Sieg der Einhand-Nonstop-Regatta um die Welt gelang ihm auch die Kür der Wettfahrt perfekt: Vendée-Globe Sieger Vincent Riou (33), der den Globus
mit seiner 18,28 Meter langen Rennyacht „PRB“ in einer sensationellen
neuen Rekordzeit von nur 87 Tagen, 10 Stunden und 47 Minuten umsegelte,
schaffte es punktgenau bei Hochwasser in den Hafen des französischen
Fischerstädtchens Les Sables d’Olonne einzulaufen. Wäre
er etwas später angekommen, hätte er aufgrund des großen
Tiefganges seiner Yacht von 4,5 Metern fast zehn Stunden lang auf das nächste
Hochwasser warten müssen. Es wurde 01.00 Uhr nachts bis die „PRB“
sicher im Hafen lag, aber auf den Kaianlagen warteten immer noch 60 000
begeisterte Zuschauer, die dem Sieger zujubelten. Sie sahen, wie ein erschöpfter,
aber glücklicher Segler, dem man die Strapazen der vergangenen Monate
ansah, vor den Fernsehkameras der Welt seine Frau umarmte. Rious eiserne
Disziplin, die absolute Beherrschung seiner Rennyacht und seine besonders
guten meteorologischen Kenntnisse hatten dafür gesorgt , dass der französische
Profisegler von Anfang an im Feld der 20 gestarteten Vendée-Globe-Teilnehmer
vorne mitsegelte. Sieben von ihnen mussten, wie der Österreicher Norbert
Sedlacek, wegen technischer Schwierigkeiten ihrer Rennyachten aufgeben.
Und die letzten werden erst im Verlauf der nächsten Wochen die Ziellinie
übersegeln. Zusammen mit Jean Le Cam mit der Yacht „Bonduelle“
und dem Engländer Mike Golding mit der „Ecover“ hatte Vincent
Riou im letzten Drittel der 24 000-Meilenregatta (44 400 km) durch die Stürme
und Flautenzonen der Welt ein für den Rest der Teilnehmer uneinholbares
Spitzentrio gebildet. Es blieb fast bis zum Ende spannend. Schlussendlich
hatte der „eiserne“ Riou die wenigsten Fehler gemacht und konnte
die Ziellinie sechseinhalb Stunden vor seinem größten Konkurrenten
und Landsmann Jean Le Cam überqueren. Riou hatte während der Regatta
eine für eine Einrumpfyacht bis dahin kaum vorstellbare Durchschnittsgeschwindigkeit
von rund 20,9 km/h erreicht, und die bestehende Rekordmarke um 5 Tage und
17 Stunden unterboten. Schneller auf Kursen rund um die Welt sind nur riesige Mehrrumpfyachten wie der Trimaran der Engländerin Ellen MacArthur. Im Gegensatz zu den Vendée-Globe-Teilnehmern wurde ihre Rekordfahrt von Meteorologen an Land gesteuert. Vincent Riou und die 19 anderen Teilnehmern der härtesten Einhandregatta der Welt sind laut Wettfahrtregeln dagegen ihre eigenen Wetterfrösche, und die Wetterentwicklung am Schluss des Rennens hatte Riou am besten gedeutet. Er war auf Grund eines Hochdruckgebietes über Irland einen nördlichen Kurs gesegelt, der ein direktes Ansteuern des Zieles vor der französischen Atlantikküste möglich machte. Die beiden Konkurrenten, wählten den kürzeren Weg, mussten aber gegen den Wind kreuzen. Auf einem solchen Kurs ist die nagelneue „Bonduelle“ etwas schneller als das Siegerschiff „PRB“. Das hatte Riou in den südlichen Breiten festgestellt und seine Segeltaktik darauf eingestellt. Seine Yacht vom Typ Open 60 ,Baujahr 2000, war nicht nur eines der älteren Schiff in der Vendée-Globe-Flotte, sondern hatte diese Regatta bereits vor vier Jahren gewonnen. Damals mit dem Skipper Michel Desjoyeaux. Die vom französischen Konstruktionsbüro Finot gezeichnete „PRB" war allerdings umfangreich modernisiert und um etliche hundert Kilogramm „abgespeckt“ worden. Jahr für Jahr gelingt es Konstrukteuren, Schiffe mit mehr Speed zu entwerfen. Beim ersten Vendee Globe 1989 brauchte der Sieger noch 109 Tage. Konstrukteur Jean Marie Finot sieht noch lange kein Ende dieser Entwicklung. Er hält Rekorde von 80 Tagen für möglich. Wie auch die neueren Open 60 ist die „PRB“ fast so etwas wie ein riesiges, hohles High-Tech-Surfbrett aus Kohlefasern. Eine tonnennschwere Kielbombe aus Wolfram – ein Metall, das doppelt so schwer wie Blei ist - bildet an einem 4,5 Meter tief gehenden Karbonkiel das Gegengewicht zu dem 26 Meter langen Kohlefasermast mit Segelflächen bis zu 500 Quadratmetern. Die Kielbombe kann bis zu 40 Grad zur jeweiligen Windseite hin geschwenkt werden, damit die Yacht auch bei zunehmenden Winden möglichst lange mit ungereffter Segelfläche Speed macht. Zusätzlich gibt es Wasserballasttanks, mit denen das Schiff getrimmt werden kann. Die „PRB“ hat neben dem Ballastkiel ein zusätzliches Schwert. Die moderneren Open 60 sind mit zwei Schwertern seitlich vor dem Mast ausgerüstet. Noch etwas Grundsätzliches unterscheidet das Siegerschiff von seinen Konkurrenten. Vincent Riou lebte in einem halbkardanisch aufgehängtem Navigationsraum unter Deck, der die starken Schiffsbewegungen absorbierte. So konnte er sehr viel konzentrierter navigieren und auch besser schlafen. Vielleicht war das auch mit ein Grund mit für seinen Sieg. Mit Stand vom 14. Februar 2005 um 10.00 h GMT sind noch sieben Teilnehmer unterwegs ins Ziel. An vorderem Platz dieser Gruppe liegt Joé Seeten mit "Arcelor Dunkerque", dicht gefolgt mit nur 34 Seemeilen Abstand Conrad Humphreys mit "Hellomoto". Am letzten Platz mit 3329 Seemeilen Abstand zum Ziel liegt Karen Leibovici mit "Benefic". Die härteste Regatta: Start alle vier Jahre Die Nonstop-Regatta Vendée-Globe gilt unter Seglern als die härteste Wettfahrt der Welt. Sie wird seit 1989 alle vier Jahre veranstaltet und ist so etwas wie die Fortsetzung der 1968 von der "Sunday Times" ausgeschriebenen ersten Nonstop-Einhand-Weltumsegelung. Sieger wurde damals Robin Knox-Johnston 313Tage unterwegs war. 1968-69 Vendée Globe 1989-1990 1992-1993 1996-1997 Christophe Auguin (Fra, Geodis) 105 T 20 h 31' 2000-2001 2004-2005 |