Skip to main content

*Ein Bericht von Erich Baumann*

Die Kenterung der „HUGO ROSE“

Es war ein sonniger Nachmittag, im Jahre 2007, als sich drei Schüler der Staatlichen Seefahrtschule Cuxhaven entschlossen, eine Tour mit dem Kutter „Hugo Rose“ auf der Elbe zu segeln. Der Wind stand günstig. Also wurde das Boot ausgerüstet und aufgetakelt. Riemen, Tampen, Rettungswesten, Proviant und vermutlich auch Alkohol an Bord geschafft. Dann ging es los – vom Fährhafen Elbeaufwärts. Sie scheinen aber nicht allzu weit gekommen zu sein, da passierte das Malheur und der Kutter kenterte.  Untergehen konnte er nicht, denn er war ja aus Holz und zweitens gaben ihm die mitgeführten Rettungswesten Auftrieb. Diese steckten im vorderen Schapp, also nicht wie sichs gehört am Mann. Durch die Wasserberührung hatten sich alle mit lautem Knall aufgeblasen und im Schapp verkeilt.

Der SAR-Rettungskreuzer „Hermann Helms“ war schnell zur Stelle, nahm die Havaristen an Bord und den gekenterten Kutter in Schlepp. Zufällig stand ich gerade am Fenster und sah den Rettungskreuzer in den Fährhafen einlaufen. Aber Nanu – was zieht denn der hinter sich her? Beim Näherkommen entdeckte ich, daß es ein  hölzerner Kahn mit zwei Masten sein musste.

Am Steg angekommen, wurde versucht, den Kahn wieder aufzurichten, was aber selbst mit vereinten Kräften von fünf Seenotrettern nicht gelang, denn das immer noch am Mast hängende  bzw. schwimmende Segeltuch war prall  mit Wasser gefüllt. Also musste ein Mann ins Wasser und die Segeltaue vom Mast abschneiden.  Außerdem musste der Kutter gelenzt werden. Erst dann gelang es den Kahn wieder aufzurichten.  Dann konnten auch die nutzlos aufgeblasenen Rettungswesten entlüftet und aus dem Schapp geholt werden.

Über die Ursache der Kenterung war leider nichts zu erfahren, aber da kein stürmischer Seegang und kein Sturm herrschte, kann es nur an einem Bedienungsfehler oder einem falsch ausgeführtem Kommando gelegen haben. Im Logbuch der „Hermann Helms“ sind nur Fakten, also Tag, Zeit, Ort und Name des geretteten Schiffes vermerkt.