*Ein Bericht von Erich Baumann*
Ich möchte mich zunächst mal vorstellen: Mein Name ist Erich Baumann, geb. 1.7.1940 in Nürnberg, wohnhaft seit März 2000 in Cuxhaven, Am Seedeich 38 (Seeterrassen)
Als Gründungsmitglied des ehem. Fischereimuseums, jetzt Forum Maritim, war ich dort 12 Jahre Schriftführer, ebenfalls 12 Jahre Schriftführer und langjähriges Vorstandsmitglied des Nautischen Vereins (NVC.)
Der NVC war im Jahre 2007 Veranstalter und Ausrichter von „OPEN SHIP“ dem internationalen Großseglerereignis in Cuxhaven. Zur Bereicherung des Veranstaltungsprogramms schlug ich vor, ein Kutter-Race zu organisieren. Dieser Vorschlag wurde begeistert aufgenommen und mir sogleich die Organisation und Abwicklung übertragen. Es gab aber in Cuxhaven nur ein einziges Ruderboot, das dafür geeignet war, nämlich die „Hugo Rose“, die damals im Besitz der Staatlichen Seefahrtschule war. Aber mit einem Boot kann man kein Rennen durchführen. Hier kam mir mein Freund und Vereinskamerad Ralf Gütlein – Chef der Bundespolizei See in Cuxhaven zu Hilfe und bot mir an, zwei Boote der BPSee auszuleihen. In der Tatsache, daß diese zwei Kutter in Neustadt/ Holstein stationiert waren, sah er kein Hindernis und versprach, diese rechtzeitig hierher, nach Cuxhaven transportieren zu lassen. Er hielt Wort und so konnten die Kutter zwei Tage vorher mit dem Kran bei der Mützelfeldtwerft entladen und ins Wasser gesetzt werden.
Ich hatte bereits 12 komplette Mannschaften die am Rennen teilnehmen wollten beisammen. Vom Keglerverein, Kneippverein, über Fischereimuseum, Zollbeamte, Marinesoldaten, Sohlnburger Büttpedder bis zu zwei maritimen Firmencrews aus Bremerhaven und Anderen waren die Interessenten bunt gemischt. Das Einzige, was alle verband war, daß alle keine Ahnung vom Rudern bzw. Kutterpullen hatten. Folge dessen habe ich einen ganzen Monat lang Trainingsstunden im Fährhafen mit den Leuten abgehalten. Dabei blieben wir einmal bei extremen Niedrigwasser im Fährhafen in einem Schlickfeld stecken und kamen trotz äußerstem Krafteinsatz nicht mehr frei. Da half auch kein spaßiger Zuruf von Bord des Seenotkreuzers: „In sechs Stunden seid ihr wieder frei!“ Ein freundlicher Skipper half uns schließlich mit seinem Sportboot, warf uns eine Leine zu und zog uns aus der Pampe.
Damit das Kutter-Race im Amerikahafen überhaupt stattfinden konnte, war noch jede Menge Vorarbeit zu leisten: Es mussten Stege klariert, zwei Wendebojen gesetzt, 30 Rettungswesten ausgeliehen werden, Start-Nummern und Lose angefertigt, T-Shirts und andere Werbeartikel für die Preisverleihung an die Erst- und Zweitplatzierten beschafft werden usw.
Dann konnte es endlich losgehen. Fünf Marinesoldaten hatte ich mir aus Nordholz zur Unterstützung ausgeliehen und die Siegerehrung in der Werkshalle der Mützelfeldtwerft umrahmte und verschönerte Fiete Münter, der „Kapitän der guten Laune“ – wie er genannt wurde mit seiner Partnerin mit maritimen Gesängen.
Sowohl die Teilnehmer als auch die Zuschauer waren von dieser maritimen Veranstaltung begeistert.
Mein Dank gilt allen, die mich so tatkräftig unterstützt haben, Auch die Seefahrtschule, die uns den Kutter ausgeliehen hatte, erhielt einen kleinen Obulus, den ich von allen Trainingseinheiten eingesammelt hatte und zusätzlich zwölf hölzerne Ruderriemen (je 3,50 m), die noch in besserem Zustand waren, als Ersatz für die bereits etwas maroden „Löffel“ die zum Boot gehörten. Möglich machte das eine Spende meines früheren Vereins, dem Donau-Ruder-Club in Ingolstadt und von Torsten Maaß, der sie kostenlos mit seinem Speditions-LKW hierher transportierte.




