Jugendtörn 2021 (Teil 1) auf der Ostsee mit der J80

Nachdem wir (Björn, Malte, Tjark, Pirmin und Leik) uns  am Sonntag, den 01.08.2021 im Olympiahafen in Kiel/Schilksee auf der J80 eingerichtet und sowohl Sicherheits- als auch Navigationseinweisung hatten, stand am Montag, 02.08.2021, die erste Etappe an.  Als Ziel hatten wir uns Orth auf Fehmarn gesetzt und legten nach dem Frühstück ab. Mit Rückenwind kamen wir mit 13 Knoten maximum gut voran und erreichten trotz des Umweges um die Schießgebiete noch am Nachmittag Fehmarn. Im Hafen ergatterten wir einen der letzten freien Liegeplätze und genossen unser nach dem ersten Seetag wohlverdientes Abendessen mit Blick auf etliche Windsurfer und Kiter, die bis in die Abendstunden in der Bucht den kräftigen Wind ausnutzten. Gesättigt ging es dann noch auf einen Spaziergang über die Felder und Salzwiesen der Umgebung, den wunderschön leuchtenden Sonnenuntergang betrachtend.

Am Dienstag hatten wir mit Regen und ordentlichem Wind gerechnet und segelten daher dick eingepackt los. Doch bereits nach wenigen Stunden schwitzten wir in der Sonne und steckten in der Flaute fest. Nach kurzer Überlegung, unser eigentliches Tagesziel Travemünde zu kippen, und stattdessen einen näheren Hafen anzulaufen oder sogar auf See zu ankern, entscheiden wir uns, von nun an unter Motor weiter zu fahren. So ging es dann den restlichen Tag auf den stetig größer werdenden Umriss des Maritim-Hotels in Travemünde zu.

Auf den letzten Metern frischte dann doch noch der Wind auf, sodass wir die Hafeneinfahrt unter Segenl erreichten. Beim Anlegen war unser Motor dann aber anscheinend so erschöpft von seiner Tagesleistung, dass er im Hafen gleich drei mal kurzzeitig den Geist aufgab. Das Boot vertäut ging es dann auch hier wieder auf Landgang, wo wir unseren Eishunger stillten und im Edeka unsere Vorräte für die kommenden Mahlzeiten auffüllten.

Am nächsten Morgen wollten wir nicht viel Zeit verlieren und verlegten daher das Frühstück auf die Zeit nach dem Ablegen. Nach einem kurzen Tankstopp ging es dann in umgekehrter Richtung auf den gleichen Weg, den wir am Vortag gekommen waren, schließlich wollten wir heute Heiligenhafen erreichen.

Diesmal wehte aber leichter Wind aus NNO, weshalb wir zum Kreuzen gezwungen waren. Jetzt ließen wir also das Maritim-Hotel, das uns gestern noch als Wegweiser gedient hatte, hinter uns immer kleiner werdend und warteten auf das Auftauchen der Fehmarnsundbrücke vor uns. Mit ihr tauchten dann auch Schweinswale auf, die uns ein Stück weit begleiteten. Mit kurzem Gennaker-Einsatz ging es dann einige Boote überholend zügig bis in den Fehmarnsund, wo uns dann aber kurz vor der Brücke doch der Wind verließ und wir einige Meter mit dem Motor machen mussten. 

Dann war es nur noch ein kurzes Stück bis Heiligenhafen, wo wir schnell einen Liegeplatz für die J80 fanden. Auch hier stand wieder ein Landausflug an, und so mischten wir uns unter die zahlreichen Touristen, ließen uns unser obligatorisches Eis schmecken und erkundeten Strand, Pier und Fischereihafen. Nach einem ausgiebigen Abendessen ging es dann müde in die Koje, schließlich warf ja schon die nächste Etappe ihre Schatten voraus.

Leik Schaare
Cuxhaven, 07.08.2021/me