Jugendtörn 2021 (Teil 2) auf der Ostsee mit der J80

Donnerstag:

Heiligenhafen-> Kiel (Strande)

Wir brechen morgens nach einem kleinen Frühstück auf mit dem eigentlich Ziel Eckernförde. Der Start verläuft gut, allerdings kommen wir nur schleppend voran. Vorbei an Fehmarn geht es nordöstlich um das Schießgebiet Putlos herum und die Fehmarnsund-Brücke verschwindet langsam aber sicher hinter dem Horizont. Unser Skipper Björn legt einen kurzen Mittagsschlaf ein, findet aber kaum Ruhe, da die Funkerin der Marine stundenlang erfolglos versucht, die Besatzung der „extra Fun“ auf die stattfindende Übung im Gebiet hinzuweisen. Vergeblich.

Mehrere Stunden lang fahren wir bei relativ wenig Wind Gefahrentonne für Gefahrentonne ab ohne, dass ein Wende nötig wird. Der Entschluss fällt, unsere Tagesetappe zu verkürzen, und schon in Strande/ Kiel einzulaufen.

Wenig später erlaubt uns die Route vom Wind abzufallen und wir ziehen das Gennaker, das aber durch zunehmenden Wind immer mehr Druck bekommt.

Mit dem Wind nimmt auch die Dünung zu, was wir mit durchschnittlich 8 Knoten durch die Wellen Richtung Strande surfend ausnutzen.

Als wir die Kieler Förde erreichen, ist diese voller trainierender Boote, die wir unbeschwert passieren. Wir bergen das Großsegel und treffen die Vorbereitungen fürs Anlegen. Dann allerdings lässt uns unser Motor wieder einmal im Stich, und wir legen unter großem Gefluche nur mit Wind im Hafen von Strande an.

  

Freitag:

Kiel (Strande) -> Maasholm

Am Freitag bekommen wir mit, wie in Strande Vorbereitungen für den Empfang des deutschen Olympia-Segelteams getroffen werden. Wir bleiben allerdings nicht, schließlich wollen wir heute noch Maasholm erreichen.

Wie durch ein Wunder springt der Motor an und bringt uns in die Kieler Förde, wo wir dann das aufgrund des starken Windes gereffte Segel setzen.

Wieder einmal müssen wir einem Sperrgebiet ausweichen, an dem vorbei wir uns nach Norden mit durchschnittlich 7 Knoten durch die von schräg hinten anrollenden Wellen kämpfen. Dann erreichen wir schließlich die Einfahrt in die Schlei und folgen nur mit Fock ihrem Fahrwasser.

Auch hier haben wir beim Anlegen mit dem Motor zu kämpfen, weshalb sich das Anlegen verzögert. Angekommen gehen wir die Gegend erkunden, essen Eis und verziehen uns später dann auf unter Deck, um das anrückende Gewitter vorüber ziehen zu lassen. Abendessen gibt es dann in der Tonne 15, wo wir uns Burger schmecken lassen.

 

Samstag:

Maasholm-> Kiel (Schilksee)

Der letzte Tag unserer Tour sollte uns wieder nach Kiel führen, weshalb wir die Route des Vortages in umgekehrter Richtung befahren. Wir verschieben das Frühstück auf die Zeit nach dem Ablegen während wir unter Motor aus der Schlei herausfahren. Die Segel sind schnell gesetzt, und so geht es bei ruhigen 4 Knoten Fahrt nach Süden kreuzend voran. Wir umfahren wieder ein Übungsgebiet und sichten einige auffällige Boote. Die schönste Begegnung aber folgt kurz darauf, als wir Alexander Lohmann entgegenkommend sichten. Wir drehen bei, Alexander wartet auf uns und wir tauschen herzliche Grüße aus.

Die Fahrt geht trotz nicht allzu hohem Tempo schnell vorüber. In der Kieler Förde sind wieder einige Boote am Trainieren. An Land geht es dann über einen Abstecher bei der Eisdiele zum Rewe, wo wir uns mit Grillgut für die Henkersmahlzeit am Abend eindecken.

 

Leik Schaare

Cuxhaven, 08.08.2021 /me